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Nachhaltige Entwicklung und gesundheitsbewusstes Leben
Die nachhaltige Entwicklung ist eine Bezeichnung, die immer öfter in der Kommunikation der modernen Gesellschaft auftritt. Welchen Inhalt hat sie aber?
Nachhaltige Entwicklung bedeutet:
- nachhaltig agieren, d.h. ressourcen- und energieeffizient, einschließlich in der Herstellung von verschiedenen Produkten;
- Respekt gegenüber der Umwelt und der Zukunft durch Entwicklung von nachhaltigen Produkten zeigen;
- eine Reduzierung des Energieverbrauchs anstreben;
- eine Reduzierung der CO2-Emissionen der produzierten Produkten zum Ziel haben;
- nach alternativen Ressourcen suchen und eine Steigerung der Recyclingrate anstreben;
- langfristige Partnerschaften mit Kunden, Personal und Lieferanten schaffen;
- sozialverantwortliche Unternehmen entwickeln, die ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten;
- langfristige Kontinuität und Wachstum zu bewahren.
Spricht man über Hersteller von Baumaterialien oder über Baufirmen, darf man nicht vergessen, dass neben dem Konzept der nachhaltigen Errichtung und Nutzung von Wohngebäuden von großer Bedeutung ist es auch, dass sie gesundheitsunschädlich, energieeffizient und schön sind.
Die Gesundheit ist eine der wesentlichen Bedingungen für ein angenehmes und glückliches Leben. Wir leben in eilenden Zeiten voll mit Druck, Stress und Verpflichtungen. Jeden Tag setzen wir unseren Körper des ungesunden Lebensstils, einer Diät oder sauerstoffarmer Luft und Schadstoffen aus.
Anderseits möchte jeder von uns gern fit und gesund sein. Die Untersuchung der Europäischen Kommission „Eurobarometer“ zeigt, dass für zwei Drittel der Europäer die Gesundheit das Wichtigste ist, um sich glücklich zu fühlen.
Die persönliche Gesundheit wird nicht nur von unserem Essen oder unseren körperlichen Anstrengungen beeinflusst, sondern auch davon, ob wir unbesorgt leben und in was für einer Umgebung wir den größten Teil des Tages verbringen – vom Raumklima in unserer Wohnung oder unserem Haus.
Das Raumklima im Gebäude hat eine wesentliche Auswirkung auf die Gesundheit der Nutzer. Wesentliche Bedingung für ein angenehmes und wohngesundes Raumklima sind Raumtemperatur und die relative Feuchtigkeit. Im Idealfall soll die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40% und 60% liegen.
Genau die Wechselwirkungen zwischen Baumaterialien und Raumklima unter realen Bedingungen und die Möglichkeiten, durch die die Raumluftfeuchtigkeit und die Raumtemperatur durch Bau- und Materialauswahl beeinflussen könnte, werden in Projekten und Studien im Viva-Forschungspark untersucht.
Forschungspark „Viva“ von Baumit – Investition in ein gesundes Wohnen
Wie der Herr Robert Schmid, Geschäftsführer und Eigentümer der Baumit Beteiligten GmbH und Gründer des Projekts „Viva“ Forschungspark sagt: „Wir möchten, dass sich die Menschen in ihrem Zuhause wohl und behaglich fühlen. Unsere Produkte basieren auf den Forschungsergebnissen des Viva-Forschungsparks.“

Abb. 1. Forschungspark „Viva“ von Baumit.
Der „Viva“ Forschungspark ist Europas größte Forschungseinrichtung für vergleichende Baumaterial-Untersuchungen. Das Hauptziel liegt darin, die Auswirkungen verschiedener Baukonstruktionen und Baumaterialien auf die Lebensqualität die Gesundheit der Bewohner durch Simulierung eines typischen Benutzerverhaltens zu messen und zu bewerten
Der „Viva“ Forschungspark befindet sich in der Nähe vom Forschungszentrum „Friedrich Schmid“, der in Wopfing in Österreich steht und wurde in Zusammenarbeit mit den folgenden Instituten und entsprechend deren wissenschaftlichen Anforderungen gegründet:
- Medizinische Universität Wien (Department für Umwelthygiene und Umweltmedizin);
- IBO (Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie);
- FH Burgenland (Universität der angewandten Wissenschaften).
Im Jahr 2015 begann der Bau von 14 Forschungshäusern, um die Auswirkungen der Baumaterialien und der Bauart auf das gesunde Wohnen und auf die Lebensqualität bestimmen zu können.
Die Häuser wurden unter Einsatz von unterschiedlichen Bauweisen und Baumaterialien – Beton, dichte Ziegelsteine, Porenbeton, monolithische Bauweise, Holzhäuser in leichter Holzrahmenbauweise – errichtet. Hauptvoraussetzung war es, dass die eingesetzten Baumaterialien am häufig verwendeten am Bau und leicht vom Markt zu erwerben sind.
Alle Häuser wurden mit denselben Innenabmessungen errichtet: 3,0 x 4,0 Meter und 2,8 Meter hoch und alle haben eine Tür und ein Fenster. Die Gebäudeaußenhülle wurde so errichtet, dass man überall im Innenraum den gleichen Wert der Leitfähigkeit (U-Wert) hat. Die Forschungshäuser sind so angeordnet, dass sie sich gegenseitig nicht beschatten, alle Sonnenschein in gleichem Maße erhalten und der gleichen Außenbedingungen ausgesetzt sind.
Der Forschungspark „Viva“ ist besonders, weil:
- er auf Forschungsergebnisse und Transparenz basiert;
- er kundenorientiert ist;
- hier die unterschiedlichen Bauweisen in Echtzeit verglichen werden;
- hier realistische Bauuntersuchungen durchgeführt werden;
- die dynamisch wechselnde Bedingungen beobachtet werden;
- die Untersuchungen langfristig laufen.

Abb. 2. Eine Allee im Forschungspark „Viva“.
Wie die Untersuchungen durchgeführt werden
Eins von den Häusern im „Viva“ Park wurde aus Beton erstellt, ohne Wärmedämmung und ohne Außenbeschichtungen. Es wurde speziell für die Messung der Außenbedingungen wie Temperatur, Wind, Luftfeuchte etc vorgesehen.
Der Park verfügt über ein Rechenzentrum, das Rohdaten von allen Häusern fortlaufend erfasst.
Anwesenheitssimulation
Damit die Untersuchungen vollwertig werden, wird in den Häusern im Park „Viva“ die Anwesenheit von Bewohnern simuliert. In bestimmten Zeitabständen bläst eine Anlage frische Luft hinein, was das Durchlüften imitiert. Im Inneren werden Dämpfe produziert, die das Atmen von Menschen, Duschen, Kochen oder Schwitzen nachahmen sollen. Es befinden sich in jedem einzelnen Haus 33 Sensoren, die durchgehend verschiedene Parameter in kurzen Zeitabständen messen. Es werden toxikologische Wechselwirkungen, sowie andere Größen, die eine Auswirkung auf den Komfort, die Behaglichkeit und die Gesundheit haben können, aufgenommen. Die gemessenen Werte werden von einem Rechner ausgewertet und in einer eigenen Messstation gesammelt.

Abb. 3. Ein Forschungshaus im Inneren.
Überwachung durch Externe
Alle 20 Sekunden werden die Daten gespeichert. So enthält man innerhalb einer Woche ca. 30 000 Messungen pro Haus. Um ihre Schlussfolgerungen zu bestätigen, übersenden die Forscher aus Wopfing die Ergebnisse aus dem Park „Viva“ an Fachleute für eine externe Analyse. Die Partner des Forschungsparks – das Österreichische Institut für Baubiologie und-ökologie, die Universität Burgenland und die Medizinische Universität Wien erhalten die Daten anonymisiert – versorgt nur mit einem digitalen Code – so können die Gutachter die erhaltenen Werten objektiv prüfen. Die Institute werten die Ergebnisse aus und überprüften die resultierenden Effekte auf den Wohnkomfort und die Gesundheit.

Fig. Abb. 4. Dr. Jürgen Lorenz, Verantwortlicher für „Strategische Projekte“ in Abteilung „Forschung & Entwicklung“ von Baumit International zeigt gesammelte Datensätze.
Abhängig von den konkret aufgestellten Anforderungen werden die Endergebnisse von den Forschungsinstituten überprüft, jedes davon in unterschiedlichem Bereich. Auf diese Weise:
- werden die Stärken und Schwächen der verschiedenen Bauarten und Baumaterialien bewertet;
- können Kunden für viele Anwendungsfälle individuelle Ratschläge und Lösungen angeboten werden;
- werden Baumit-Produkte und deren Wirkung überprüft.
Die Ergebnisse werden darüber hinaus von der „ Forschungs- und Entwicklungsabteilung“ von Baumit zur Verbesserung von existierenden und zur Entwicklung von brandneuen Produkten verwendet.
